Portables 50-Euro-Multitouch-Whiteboard
Im Seminar "Elearning 2.0" bei Thomas Bernhardt und Marcel Kirchner durften wir zur Präsentation unser Seminararbeit erstmals das Whiteboard des IfMK benutzen - eine mehrere Tausend Euro teure, berührungsempfindliche Beamerleinwand. Selten hatten wir so viel Spaß, besonders Friedrich drehte in Sachen Hyperaktivität ordentlich auf. Doch die schwer zu transportierende Wand war zudem noch zu teuer, um so ein Spielzeug daheim stehen zu haben. Zur gleichen Zeit erregte jedoch Johnny Lee mit seinen Wiimote-Projekten Aufmerksamkeit - darunter ein portables Whiteboard für unter 50 Euro.
Damals war noch alles sehr umständlich, doch mittlerweile haben sich kleine Projekte rund um die Zweckentfremdung der Wiimote gebildet, darunter auch die Software Smoothboard von Boonjin. Sie bietet nach der Verbindung einer Wiimote mit dem Computer über Bluetooth eine einfache Konfiguration der Wiimote. Diese kann in zwei Modi betrieben werden: Als Whiteboard oder Presenter. Der Modus Whiteboard benötigt noch ein Extra, nämlich einen kleinen Infrarot-Stift, mit dem man die Wiimote anspricht. Diese hat nämlich an der Front einen Infrarot-Sensor, der auf das Bild eines Beamers oder Bildschirms ausgerichtet werden kann. Dieser empfängt nach einer kurzen Kalibrierung die Signale des Infrarot-Stifts, sodass man nun einfach auf der Wand malen und klicken kann, ebenso Fenster durch die Gegend schieben etc...
Mein Infrarot-Stift ist schon der zweite. Der runde Handschmeichler auf dem Bild ist der Prototyp, darunter das neue, präzisere Modell. Beide sind als Werbegeschenk oder für wenige Euro zu bekommen, man muss lediglich die übliche Taschenlampen-LED gegen eine Infrarot-LED aus dem Elektroladen (oder einer alten Fernbedienung) tauschen. Anschließend kann man munter "auf der Wand" drauf los zeichnen. Soweit so unspektakulär, das konnte Johnny Lee schon mit seiner Whiteboard-Software. Ein weiteres, sehr wichtiges Feature in der Software ist die Möglichkeit, außerhalb des Bildschirms Funktionen zu verstecken. So kann man mit einem Klick auf die rechte untere Ecke beispielsweise die Zeichenfunktion in Powerpoint aktivieren und deaktivieren.
Und um dem Titel gerecht zu werden: Mit zwei Infrarot-Stiften wird dank der Fähigkeiten von WiiMote und Whiteboard auch ein Multitouch draus.
Alternativ benutzt man die WiiMote als Wireless-Presenter: In der Hand gehalten hat man eine drahtlose Mouse wenn ... Ja wenn man ein wenig weihnachtliche Atmosphäre schafft: Einfach eine Kerze unter die Beamerleinwand stellen und die WiiMote kann durch den infraroten Schein die Position auf dem Screen tracken. Alternativ tut es natürlich auch eine drahtlose Wii-Sensorleiste, aber die Kerze hat gerade in der kalten Jahreszeit noch den Zusatzfaktor Charme.
Gönnt man sich zwei WiiMotes (was allerdings im Titel dieses Blogposts dann als "Portables 90-Euro-Multitouch-Whiteboard" vermerkt werden müsste) kann man auch beide Varianten kombinieren: Wireless-Presenter und Whiteboard gleichzeitig.
Um die Wette vortragen